Unser Wirkungskreis:
Die Gesamtgemeinde Penzing mit den Gemeindeteilen Epfenhausen, Oberbergen, Penzing, Ramsach und Untermühlhausen
Die Gemeinde Penzing liegt im westbayerischen Altmoränenland, das durch Gletscher zuletzt in der Würmeiszeit seine typische, von Endmoränenzügen geprägte voralpenländische Formung erhielt. Die Ortschaften der Gemeinde liegen verkehrsmäßig ideal an der Autobahn A96 München – Lindau, Ausfahrt Landsberg Ost / Penzing, direkt vor den Toren der Großen Kreisstadt Landsberg a. Lech. Penzing gehört zum Landkreis Landsberg a. Lech und zählt derzeit 3.616 Einwohner. Überregional bekannt ist der Ort durch seinen Fliegerhorst, in dem das LTG 61 und eine Hubschrauberrettungsstaffel stationiert ist. Hilfsflüge in viele Krisengebiete der Erde werden von Penzing aus gestartet.
| Gesamt | Penzing |
Oberbergen | Ramsach |
Epfenh. | U-hausen | |
| Einwohner | 3.616 | 2.006 | 473 | 426 | 360 | 351 |
| 55,48 % | 13,08 % |
11,78 % | 9,95 % | 9,71 % | ||
| Fläche | 33,8 km² |
17,2 km² | 3,2 km² | 4,8 km² | 4,6 km² | 4,0 km² |
Geschichtliche Entwicklung der einzelnen Gemeindeteile
Epfenhausen
Am Verlorenen Bach liegt die Ortschaft Epfenhausen, die im Jahre 1065 erstmals in einem schriftlichen Zeugnis genannt wurde. Verschiedene Funde aber, die vor diese Zeit datiert werden können, geben Aufschluss darüber, dass eine dauerhafte Siedlung noch vor dem 8. Jahrhundert bestanden haben dürfte. Im Hohen Mittelalter war vor allem das Kloster Rottenbuch und auch Benediktbeuern Herr über die Epfenhauser Anwesen. In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Zahl der Anwesen stetig an. Ab dem 17. Jahrhundert sind Lehrer in Epfenhausen nachzuweisen. 1718 wurde schließlich aus den Steinen der abgebrochenen Kirche ein Schulhaus gebaut. Der notwendige Neubau der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, eine der schönsten Dorfkirchen im Landkreis Landsberg, wurde 1740 abgeschlossen. Ab dem Jahre 1803 unterhielten die Gemeinden Epfenhausen und Untermühlhausen immer mehr gemeinsame Einrichtungen zur Daseinsvorsorge, was wegen der geringen Entfernung auch problemlos möglich war. Die beiden Weltkriege brachten für den kleinen Ort tiefgreifende Einschnitte. Bestimmte Persönlichkeit in diesem Zeitabschnitt war Pfarrer Johann Niedermaier, der von der Kanzel öffentlich gegen Hitlers Regime Stellung bezog. In den Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg wurden viele Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur in Angriff genommen und vollendet, ehe dann 1974 im Rahmen der Gebietsreform die Eingemeindung nach Penzing erfolgte.
Oberbergen
Das Dorf Oberbergen schmiegt sich an den südwestlich abfallenden Berg, von dem sich der Ortsname herleitet. Die Gründung des Ortes fällt in die erste Ausbauperiode der Bajuwaren im 7. Jahrhundert. Ein eigener Ortsadel, die Edelfreien von Oberbergen, sind für die Zeit von 1068 bis 1147 belegt. Aus der besitzgeschichtlichen Entwicklung des Ortes ist zu ersehen, dass zunächst weilerartige Gehöftgruppen vorhanden waren, um die sich später weitere Anwesen angesiedelt haben. Die Pfarrkirche geht im Kern auf eine mittelalterliche Anlage (14./15. Jahrhundert) zurück. Nach den Verwüstungen des 30-jährigen Krieges wurde eine bauliche Umgestaltung der Kirche in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts durchgeführt. Eine zusätzliche Erweiterung konnte 1884 abgeschlossen werden. Ab Einführung der Schulpflicht 1802 war Oberbergen zunächst dem Schulsprengel Penzing zugewiesen. 1888 konnte dann, aufgrund der ständig zunehmenden Schülerzahlen, der Neubau eines Schulhauses in Oberbergen erreicht werden. Mit der 1960 eingeleiteten Landschulreform kam das „Aus“ für die Oberberger Schule; die Kinder mussten wieder die Volksschule in Penzing besuchen. Mit der Gemeindegebietsreform wurde der ab 1971 ein Gemeindeteil von Penzing.
Penzing
Aus dem Ortsnamen Penzing lassen sich Rückschlüsse auf die frühe Besiedlung der Penzinger Gemarkung ziehen. Wohl ein „Banzo“ uns sein Familienverband haben sich dort im fünften bis siebten Jahrhundert niedergelassen. Um das Jahr 740 war Penzing, damals „Pancinga“, bereits eine „villa“, das heißt ein kleines Dorf mit einen großen Gutshof. Im 11. und 12. Jahrhundert erweitert das Kloster Wessobrunn seinen Besitz in Penzing erheblich, so dass bald ein Klosteramt zur Güterverwaltung eingerichtet wurde. Bis 1803 blieb das Kloster Wessobrunn der wichtigste Herrschaftsträger im Dorf, wobei auch die „Gmain“ Penzing als Grundherr sehr einflussreich war. Im 17. Jahrhundert wird ein Schergenamt des Landgerichtes Landsberg eingerichtet. Penzing ist eine der ältesten Pfarreien im Landkreis. Schon 1055 wird ein Priester dort genannt. Die Pfarrkirche St. Martin wurde um 1649 von Freiherr Philipp Conrad von Pfetten erbaut. Südlich der Pfarrkirche steht die stattliche St. Anna-Kapelle, deren Langhaus noch frühgotische Bauteile enthält. Nach den ortsgeschichtlichen Aufzeichnungen stand beim südwestlichen Dorfausgang im 15. Jahrhundert eine kleine Kirche aus Holz, an deren Stelle um 1720 ein größerer und schönerer Neubau zu Ehren der Muttergottes gestiftet wurde. Diese Kapelle ist 1820 abgebrochen worden.
Ramsach
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes geht in das Jahr 1179 zurück. Die Ortsgründung fällt aber wohl in die Periode der frühen Ausbausiedlungen im 7. und 8. Jahrhundert. Im hohen Mittelalter hatte nur das Kloster Wessobrunn Zehentreichnisse und über die Pfarrei Geretshausen auch kirchliche Rechte im Ort. Im Jahre 1612 zählte Ramsach fünfzehn Anwesen. Durch seine Lage am Rand ausgedehnter Waldungen war für Ramsach die sehr bedeutungsvoll. Bereits im Jahr 1445 wird ein Amtmann genannt, der wahrscheinlich als Vorgänger des späteren kurfürstlichen Jagdaufsehers zu gelten hat. Durch die mehrmalige Belagerung Landsbergs durch die Schweden im 30-jährigen Krieg kamen die Grauen dieser Auseinandersetzung auch nach Ramsach. Viele Bürger waren geflüchtet, ein Großteil der Hofstätten stand leer, 5 Bewohner wurden ermordet. Eine weitere Notzeit brach herein, als 1650 die Pest in einem Monat 32 Männer, Frauen und Kinder dahinraffte. Um 1710 musste mit dem Neubau einer Kirche begonnen werden, da in dem alten Gotteshaus St. Pankraz wegen Baufälligkeit keine Messe mehr gehalten werden konnte. Ramsach war nie eine eigene Pfarrei und begehrte daher seit 1885 immer wieder eine Einpfarrung nach Oberbergen. Dies gelang aber erst 1903 zusammen mit der Umschulung. Mit dem Bau einer eigenen Schule ging dann 1951/52 ein lag gehegter Wunsch der Ramsacher Bürger in Erfüllung. Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde Ramsach zum 01.01.1972 in die Penzing eingegliedert.
Untermühlhausen
Am Ursprung des Verlorenen Baches liegt das Dorf Untermühlhausen. Der daraus resultierende Wasserreichtum hat schon früh die Menschen bewogen, seine Kraft zu nutzen und eine Mühle zu errichten, wonach der Ort „Moulihousa“, das Haus bei der Mühle, benannt wurde. Als Siedlungsplatz war die Gemarkung schon von den Römern genutzt worden. Um das Jahr 1050 hat der Benediktbeurer Mönch Gotschalk beschrieben, wie „Moulihousa“ von einem Grafen Engildeo in der Mitte des 8. Jahrhunderts an das Kloster Benediktbeuern geschenkt wurde. Die Pfarrei Untermühlhausen war seit dem 8. Jahrhundert eng mit Sandau verbunden, vom 16. Jahrhundert an gehörte Sandau zur Pfarrei Untermühlhausen (bis zum Jahr 1913). Im hohen Mittelalter benannte sich ein Ministerialen-Adelsgeschlecht nach Untermühlhausen. Im Jahre 1552 gab es in Untermühlhausen bereits 27 Anwesen, die auch nach den Verwüstungen des 30-jährigen Krieges noch bestanden. Ab 1804 wurde die Bauern und Söldner nach und nach die Eigentümer der Anwesen, die Sie seit Generationen für die bisherigen Grundherrn bewirtschaftet hatten. Zu vielen Untermühlhauser Anwesen wurde ab dem 19. Jahrhundert ein Handwerk oder Gewerbe betrieben, wobei sich diese Entwicklung nach der Jahrhundertwende fortsetzte. Im Rahmen der infrastrukturellen Verbesserungen nach den beiden Weltkriegen wurde gemeinsam mit der Gemeinde Epfenhausen 1960 ein neues Schulhaus mit Lehrerwohnung erstellt. Die Eingliederung zur Gemeinde Penzing erfolgte ebenfalls im Zuge der Gebietsreform 1971.
Quelle: Bildband "Alte Zeiten" der Gemeinde Penzing